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Naturhistorisches Museum Freiburg

Das Naturhistorische Museum Freiburg wurde 1824 gegründet. Hinter seinen Mauern schlummern viele bemerkenswerte Objekte, doch das Museum ist noch viel mehr als das: Inventarisieren, konservieren, recherchieren, Ausstellungen gestalten, Wissen vermitteln, unterhalten, Fragen über Fauna und Flora beantworten … das alles gehört zu unserem Alltag.

Die Sammlungen des NHMF umfassen über 250 000 Objekte aus der Zoologie, den Erdwissenschaften, der Botanik und der Mykologie. Nur ein kleiner Teil davon ist in den zehn thematischen Sälen der Dauerausstellung zu sehen. So kann das Publikum etwa einen präparierten Wal entdecken, das Skelett eines Höhlenbären oder eine Sammlung von Kristallen aus dem Himalaya.

Tag der naturhistorischen Sammlungen abgesagt!

Aufgrund der vom Staatsrat des Kantons Freiburg getroffenen sanitären Massnahmen (COVID-19), bliebt das NHMF bis zum 30. November geschlossen. Das für diesen Tag geplante Programm ist darum leider abgesagt.

Der Wettbewerb bleibt offen!

Wir haben drei Objekte ausgewählt, hinter denen abenteuerliche Geschichten stecken. Finden Sie heraus, welche dieser Geschichten der Fantasie unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprungen ist!

Wahr oder unwahr? Drei Geschichten aus unseren Sammlungen (auf Französisch)

Story 1: „Un voyage sans retour“

Wahr oder unwahr ?

Eine Reise ohne Rückkehr

Der furchtlose deutsche Botaniker Georg Wilhelm Schimper (1804–1878) war gerade einmal dreissig Jahre alt, als er zu einer Expedition in die fernen Wüsten Ägyptens aufbrach. Unterwegs überlebte er vor der Küste Griechenlands nur knapp einen Schiffbruch. Auch sein geschätzter Reisegefährte entging dem Tod, doch die Freude darüber währte nur kurz: Schimpers Freund starb nur wenige Monate später nach der Ankunft in Kairo an der Pest. Der Forscher liess sich davon nicht entmutigen und reiste weiter in Richtung Horn von Afrika. In Abessinien erstellte er das Inventar einer damals völlig unbekannten Flora. Noch ahnte er nicht, dass er diese Gegend nie wieder verlassen würde: Er gründete eine Familie, baute eine Kirche, führte den Anbau von Kartoffeln ein und wurde gar Statthalter einer kleinen Provinz. Gegen Ende seines Lebens fiel er in Ungnade und starb verarmt an der Cholera. Seine persönlichen Herbarien wurden geraubt, und das in Berlin aufbewahrte Original-Material wurde während der Bombardierungen von 1945 teilweise zerstört. Zum Glück waren Kopien an verschiedene Institutionen verteilt worden. So verwahrt das NHM bis heute die exotischen Herbarbelege Schimpers, Seite an Seite mit den ganz alltäglichen Freiburger Sammlungen.

Story 2: „L’odyssée d’un Menziswyler“

Wahr oder unwahr ?

Odyssee eines Menziswylers

Wir staunten nicht schlecht am Naturhistorischen Museum Freiburg, als uns 1992 aus einer alten französischen Sammlung ein bis dato unbekannter Freiburger Meteorit mit Fundort Menziswyl zum Kauf angeboten wurde. Die anfängliche Skepsis wich rasch Begeisterung, als wir die Etikette sahen, die das nur gerade 17 Gramm schwere Fragment begleitete: ein Original unseres Museums von 1903. Darauf hatte der damalige Konservator des Museums Maurice Musy (1876-1927) die Umstände des Falls minutiös notiert, so wie sie ihm vom Finder, einem Bauern, der das Ereignis beobachtet hatte, rapportiert worden waren. Obwohl dessen Schilderungen einen Meteoritenfall perfekt beschreiben, lassen Fragezeichen am Ende des Texts sowie einige im Konjunktiv gehaltene Passagen erahnen, dass Musy die Ausführungen anzweifelte. Vielleicht glaubte er nicht, dass es sich bei dem Fragment um einen Meteoriten handelte, und dachte, dass die Fantasie des Finders durch ein Glas Büschelibirnen-Schnaps stimuliert worden sei. Dies mag auch erklären, warum Musy den sensationellen Fund weggab, worauf das Stück erst 1991 wiederentdeckt, als Steinmeteorit vom Typ L5-Chondrit klassiert und international anerkannt wurde. Die Tatsache, dass der Meteorit von Menziswyl nach fast 90 Jahren den Weg heim ins Museum fand, tröstete uns darüber hinweg, dass wir ihn zurückkaufen mussten, um eine aufwändige Restitution zu vermeiden.

Story 3: „La baleine fribourgeoise“

Wahr oder unwahr ?

Der Freiburger Wal

Seit 1882 befindet sich ein junger, 18 Meter langer Seiwal in der Sammlung unseres Museums. Doch wie gelangte dieses Meerestier nach Freiburg, in eine Stadt, die 500 Kilometer vom nächsten Meer entfernt liegt?

Im Jahr 1878 erwirbt Professor Maurice Musy, Konservator des Museums, eine Afrikanische Zwergmaus, eines der kleinsten Säugetiere des Planeten. Um die Verschiedenartigkeit der Tiere zu zeigen, will er der Zwergmaus eines der grössten lebenden Säugetiere gegenüberstellen: einen Wal. Damit beginnt eine langwierige Suche nach einem toten Tier und nach einem Tierpräparator, der dieses präparieren würde. Musy schreibt die Küstenverwaltungen Frankreichs, Italiens, Deutschlands und der Niederlande an. Gleichzeitig sondiert er die Lage bei den ihm bekannten Tierpräparatoren. Am 20. November 1880 hat Musy endlich Glück! Er erhält eine Telegramm, in dem steht, dass in der Nähe von Dünkirchen ein junger Seiwal gestrandet sei, den das Freiburger Museum übernehmen könne. Otto Berchtold, ein abenteuerlustiger Berner Tierpräparator, macht sich auf den Weg nach Frankreich. Er ist gut vorbereitet, denn seit er von Musys Projekt erfahren hat, hat er Nachforschungen betrieben. So präpariert er den Seiwal erfolgreich mit einer Konservierungsflüssigkeit, deren Zusammensetzung heute nicht mehr bekannt ist. Der Wal ist bereit und muss nur noch nach Freiburg befördert werden. Technische Probleme, schlechte Strassen und Verzögerungen am Zoll führen dazu, dass die Reise mehr als ein Jahr dauert. Doch am 7. April 1882 kommt der Seiwal in Freiburg an, und Musy kann seine Idee, ihn neben der Afrikanischen Zwergmaus auszustellen, endlich Wirklichkeit werden lassen.

Am Wettbewerb teilnehmen

Nehmen Sie am Wettbewerb teil und gewinnen Sie

***eine VIP-Führung durch unsere Sammlungen (maximal fünf Personen)!***

Die Auslosung findet am 15. Dezember um 17 Uhr statt.

Welche Geschichte ist unwahr? Markiere den Fake!

Story 1: Un voyage sans retourStory 2: Odyssee eines MenziswylersStory 3: La baleine fribourgeoise

Zur Benachrichtigung bei Gewinn benötigen wir die folgenden Angaben:

Unser Programm am Tag der Naturhistorischen Sammlungen

www.fr.ch/mhnf
Chemin du Musée 6, 1700 Fribourg
22 novembre 2020

Leider musste der Tag der Naturhistorischen Sammlungen an unserem Museum abgesagt werden.