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Natur-Museum Luzern

Das Natur-Museum Luzern (link) beherbergt rund 1.5 Mio. Objekte: Tiere, Gefässpflanzen, Moose, Pilze, Fossilien, Gesteine… Die Geschichte des Natur-Museums Luzern ist zugleich auch die Geschichte seiner Sammlungen. Am

Sonntag, 22. November 2020

öffnete das Natur-Museum Luzern, zusammen mit weiteren Institutionen verteilt über das ganze Land, seine Türen und zeigte, was sonst meist verborgen bleibt. Die Veranstaltung möchte die Bedeutung von naturhistorischen Sammlungen und ihre Zukunft thematisieren und erklären, weshalb wir auch heute noch sammeln sollten.

Vielen Dank an alle, die uns am Tag der Sammlungen besucht haben! Mit Führungen und einem Kinderprogramm zum Thema Sammeln konnten wir Ihnen zeigen, wie und warum wir sammeln.

Wer noch nicht genug hat, kann weiterhin die Geschichten von drei Objekten aus unserer Sammlung lesen und rätseln, welche der drei wohl gelogen ist! Und die Auflösung finden Sie gleich darunter.

Wahr oder unwahr? Drei Geschichten aus unseren Sammlungen

Finden Sie heraus, welche der Geschichten gelogen ist!

Story 1: „Achatgeode – Wertvolles Souvenir“

In den 1980er-Jahren brachten Touristen aus Marokko oft prächtig glitzernde Steine als Souvenir nach Hause. In einem Gesteinshohlraum aus Achat präsentiert sich eine Füllung aus metallisch glänzenden Bleiglanz-Würfelchen. Was zunächst hübsch aussieht, wirkt auf den zweiten Blick überraschend. Äusserst ungewöhnlich ist das Auftreten von Bleiglanz in solchen Geoden, und seltsam die teilweise stängelige Ausbildung. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich die Bleiglanz-Würfelchen nicht als gewachsene Kristalle, sondern als mechanisch hergestellte, in den Hohlraum eingeklebte Spaltstücke. Und die Stängel sind mit Bleiglanz bepuderte Streichhölzer (!). Das als natürliche Bildung gekaufte Souvenir ist also keine wertvolle Erwerbung, sondern ein von Menschenhand geschaffenes Kunstprodukt – eine Fälschung…

Ist das wirklich eine wahre Geschichte? Oder wurde sie erfunden?

Story 2: „Die Kragentrappe“

Im Sommer 1916 bereiste der damalige Konservator des Naturhistorischen Museums Luzern (heute Natur-Museum Luzern), Dr. Hans Bachmann, mit einer Schweizer Delegation die Mongolei. Die Reise erfolgte auf Einladung des 8. Jebtsundamba, Bogd Khan als Gegenleistung für die Schweizerischen Verdienste bei der Vermittlung beim Vertrag von Kjachta von 1915 zwischen der autonomen Äußeren Mongolei, dem Russischen Kaiserreich und der Republik China. Auf einer Expedition wurde die äusserst seltene Steppenkragentrappe (Chlamydotis macqueenii) gesichtet und zwar ein prächtiges Männchen im schönsten Federschmuck. Zum Erstaunen aller Expeditionsteilnehmer wurde wenig später auch ein Weibchen gesichtet, es brütete in einer Steppe unweit der Hauptstadt Ulaanbaatar. Dr. Hans Bachmann war äusserst beeindruckt, wie das Männchen das Brutrevier energisch gegen Eindringlinge verteidigte. Während der Vogelbeobachtung kam es zu einem heftigen Kampf zwischen zwei Steppenkragentrappen-Männchen, bei dem das unterlegene Tier stark verwundet wurde. Die Expedition gab dem Tier den Gnadenschuss, und Bachmann nahm es aus pädagogischen Gründen zur Präparation mit nach Luzern. Das über 100-jährige Präparat ist auch heute noch eine Besonderheit in der Zoologie-Sammlung des Natur-Museums Luzern.

Ist das wirklich eine wahre Geschichte? Oder wurde sie erfunden?

Story 3: „Käfer mit 8 Beinen“

Edy Felder, Museumstechniker im Natur-Museum Luzern, unternahm am 7. August 1977 eine Wanderung auf dem Seelisberg. Bei Treib (UR) beobachtete er, wie eine Katze in einen Schacht fiel, aus dem sie nicht mehr alleine klettern konnte. Kurzentschlossen stieg er selbst in den Schacht und brachte die Katze wieder ans Tageslicht. Auf dem Grund des Schachts fiel ihm ein relativ grosser Käfer auf. Geistesgegenwärtig packte er den Käfer und nahm ihn ins Natur-Museum mit. Erst mehrere Monate später bemerkte man bei der Präparation des Käfers, dass etwas nicht stimmen konnte. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein extrem seltenes Exemplar handelte: Haben doch alle Insekten immer sechs Beine, besass dieser Käfer aus dem Schacht bei Treib nicht sechs, sondern acht Beine. Das rechte hintere Bein war nicht nur einmal, sondern gleich dreimal ausgebildet. Bei der Art handelt es sich übrigens um den Feingestreiften Laufkäfer (Carabus monilis), eine 2-3 cm grosse, wärmeliebende Art, die in der Schweiz in tieferen Lagen verbreitet ist.

Ist das wirklich eine wahre Geschichte? Oder wurde sie erfunden?

Klicken sie aufs Plus neben „Auflösung“, um die wahre Geschichte zu erfahren!

Die Kragentrappe

Diese Geschichte war gelogen! Die wahre Geschichte ist wie folgt:
Am 18. November 1916 wurde auf den Wiesen zwischen Malters und Littau in der Nähe der Emme ein prächtiger, grosser Vogel gesichtet – und kurz darauf mit der Flinte geschossen. Der passionierte Luzerner Vogelkundler und Arzt Dr. Julius Troller berichtete im Ornithologischen Beobachter (1917, 14: 92), dass ihm dieser Vogel beim Präparator als Zwergtrappe zum Kauf angeboten wurde. Die vermeintliche Zwergtrappe entpuppte sich bei eingehender Prüfung aber als Kragentrappe (Chlamydotis undulata macqueenii), und zwar als prächtiges Männchen im schönsten Federschmuck. Herr Troller erwarb das Präparat kurzerhand für seine Sammlung. Die Kragentrappe wurde später mit den anderen Sammlungsstücken von J. Troller im Gletschergarten deponiert und gelangte 1988 in die wissenschaftliche Wirbeltiersammlung des Natur-Museums Luzern, wo sie bis heute aufbewahrt wird. In der Zwischenzeit wurde die Systematik der Kragentrappen überarbeitet und die Unterart C. u. macqueenii wurde in den Artstatus erhoben. Aus der bei Malters auf einer Wiese geschossenen Kragentrappe wurde nun eine Steppenkragentrappe (Chlamydotis macqueenii). Steppenkragentrappen sind Zugvögel, die von Ägypten bis zur Mongolei brüten und den Winter zwischen dem Persischen Golf und Pakistan verbringen. Aus der Schweiz liegen bis jetzt nur gerade drei anerkannte Nachweise von Steppenkragentrappen vor – einer davon ist dieses prächtige Männchen, das vor knapp hundert Jahren bei Malters geschossen wurde.

Wettbewerb

Der Wettbewerb ist nun leider geschlossen. Das Natur-Museum Luzern verloste unter allen korrekten Antworten die folgenden Preise:

  • 1. Platz: Gutschein für eine Führung inkl. Apéro für Sie und Ihre Freund*innen (max. 10 Personen)
  • 2. und 3. Platz: je ein Buch

Die glücklichen GewinnerInnen wurden bereits informiert. Sie können aber natürlich weiterrätseln und sich dann auch gleich die Auflösung ansehen.

Unser Programm am Tag der Sammlungen

www.naturmuseum.ch
Kasernenplatz 6, 6003 Luzern
22. November 2020
10 – 17 h

10 – 17 h: Gwunderstunde: «Luege, Lose, Stuune, Wärche im Museum»

Führungen:

11.00h / 14.00h: Führung «Einblick in die Sammlungen: Botanik»

11.30h / 14.30h: Führung «Einblick in die Sammlungen: Zoologie»

13.30h / 15.00h: Führung «Einblick in die Sammlungen: Geologie»

16.00h: Preisverleihung